#GLORE50 MONTHLY – September 2026
Unsere News zu den Wachstumstreibern im globalen Online-Handel

Der Sommer ist vorbei und mit ihm die vier positiven Monate in Folge. Der September hat die GLORE50 wieder nach unten gezogen, und man könnte behaupten, dass der Markt korrigiert, was er überdehnt hat.

Shein ist das prägnanteste Beispiel. Kaum waren die Bankenkursstützen nach dem IPO abgebaut, folgte die Quittung: Halbjahresergebnisse, die ein Unternehmen im Umbau zeigen. USA und Europa stehen nur noch für 56 % des Umsatzes, Tendenz sinkend, und die Bewertung ist von 26 Mrd. Dollar beim Börsenstart auf 17,2 Mrd. Dollar gefallen: ein Drittel des Wertes weg in einem Monat. Wer im August noch fragte, wohin die Reise geht, hat jetzt eine Antwort. Vorläufig zumindest.

Gleichzeitig zeigt der September, wo die nächste Frontlinie im Commerce verläuft. Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten gebaut, der offenbar im Mainstream ankommt und sehr gegensätzliche Reaktionen auslöst. Wer davon langfristig profitiert, ist noch offen. Der viel diskutierte und analysierte JD-MediaMarkt-Deal hängt derweil weiter in der Luft: Die EU will erst am 4. November entscheiden. 

Welche Fondsmitglieder im September trotzdem überzeugten, was die Jahresbilanz im elften GLORE-Jahr bedeutet und welche Verschiebungen sich verdichten, erfahrt ihr hier:

DIE #GLORE50 PERFORMANCE

Die GLORE50 beendeten den September 2026 bei 115,97 Punkten (Stand: 30.09.2026), also mit einem Minus von 7 % gegenüber dem Vormonat. Damit endet die viermonatige Aufwärtsphase des Sommers, und der Index schließt sein 11. Jahr mit einem Minus von 16 % ab. In der Jahreswertung führt DocMorris (+130%) vor Boohoo (+107%) und Asos (+87%) gegenüber den Schlusslichtern Temple & Webster (-80%), Oddity (-71%) und HelloFresh (-68%). Die Schere ist so weit aufgegangen wie selten.

GLOBAL ONLINE RETAIL – EUR ACC WKN A14N9A | ISIN: DE000A14N9A9
Global Online Retail Diagramm Chart September 2026

Gewinner & Verlierer

    Gut behaupten konnten sich im September nur diese Top 5:

    • Mytheresa (+25%) überraschte mit einer starken Gegenbewegung. Nach einem schwachen Jahr ein Signal, dass das Luxussegment unter den richtigen Vorzeichen noch Potenzial hat.

    • Oddity (+25%) lieferte eine bemerkenswerte Aufholjagd, aber der Jahresverlauf bleibt dennoch tief im Minus.

    • DocMorris (+22%) setzte seine Stärke aus dem Vorjahr fort und bestätigte seine Position als einer der konstantesten Performer im Fonds.

    • Asos (+21%) blieb zum dritten Monat in Folge unter den Gewinnern und die Gegenbewegung nach einem langen Absturz hält an.

    • Boohoo (+17%) profitierte von ähnlicher Dynamik wie Asos: Erholung nach Tiefpunkt, ohne dass die strukturellen Fragen gelöst wären.

    Bewölkte Stimmung herrschte im September bei diesen Flop 5:

      • THG (-24%) kämpft weiter mit Vertrauensverlust und fehlendem klaren strategischen Narrativ.

      • Mercari (-22%) verlor nach einem ursprünglich starken Jahresverlauf. Die Bewertung hatte sich zuletzt weit von den Fundamentaldaten entfernt.

      • Chewy (-22%) bleibt im strukturellen Abwärtstrend des Pet-Segments gefangen.

      • DoorDash (-21%) verlor trotz solider operativer Zahlen. Der Markt bewertet das Delivery-Segment nach der Uber-Eats-Delivery-Hero-Saga gerade neu.

      • Pinterest (-20%) enttäuschte beim Wachstum im Commerce-Bereich, in dem die Plattform seit Jahren großes Potenzial verspricht, ohne es einzulösen.

        NEWS von Unternehmen aus den GLORE50

          • Shein: Der Ernst des Börsenlebens beginnt. Sobald die Banken ihre kursstützenden Maßnahmen einstellten, folgte der Einbruch. Die Halbjahresergebnisse zeigen ein Unternehmen im Umbau: USA und Europa stehen nur noch für 56 % des Umsatzes, der Umbau vom Handels- zum Marktplatzmodell läuft, die Zollregeln in den USA und Europa zwingen zur Anpassung. Und der Kurs? Fiel von 26 Mrd. Dollar Bewertung beim IPO auf 17,2 Mrd. Dollar, ergo gut ein Drittel weg in einem Monat. Was bleibt sind 15,2 Mrd. Dollar Cash, noch ohne die Börsenerlöse.
            https://excitingcommerce.de/2026/09/29/shein-und-der-einbruch-nach-den-halbjahresergebnissen/

          • JD und MediaMarkt: Die EU lässt sich Zeit. Die EU-Kommission hat angekündigt, ihre Entscheidung zum JD-MediaMarkt-Deal erst am 4. November zu treffen. Was das für den Deal bedeutet, bleibt offen. Klar ist nur, dass die geopolitische Dimension dieses Vorgangs inzwischen die kommerzielle überlagert. JD wartet, Europa prüft und MediaMarkt steht weiter zwischen den Stühlen.
            https://excitingcommerce.de/2026/09/30/die-eu-will-ueber-jd-und-mediamarkt-erst-am-4-11-entscheiden/

          • Rewe öffnet sich für Wolt, Uber Eats und Lieferando. Ist das der Dammbruch? Nach mehr als drei Jahren hat Rewe seine Türen für gleich alle drei großen Delivery-Plattformen gleichzeitig geöffnet. Was nach einer pragmatischen Partnerschaft aussieht, hat einen Haken: Wolt & Co. haben langfristig den Wocheneinkauf im Visier und Rewe holt sich damit drei künftige Wettbewerber direkt ins Haus. Ohne eigene Expresslieferung kann Rewe das eigentlich nur falsch machen. Die spannendere Frage jetzt: Ziehen EDEKA, Aldi und Lidl nach?
            https://excitingcommerce.de/2026/09/15/rewe-oeffnet-sich-fuer-wolt-co-ist-das-der-dammbruch/

          • WeSports rüstet sich für weitere Übernahmen. Während die meisten E-Commerce-Unternehmen gerade auf Konsolidierung setzen, macht WeSports das Gegenteil: Mit einem erhöhten Kreditrahmen von bis zu 1 Mrd. SEK (90 Mio. Euro) schafft sich der Börsenneuling – unter anderem Mutter von Keller Sports – gezielt Spielraum für weitere Zukäufe. Bis 2031 will die Gruppe im Sport- und Outdoorsegment die Umsatzmilliarde knacken. Aktuell liegt sie bei 350 Mio. Euro.
            https://excitingcommerce.de/2026/09/15/wesports-ruestet-sich-an-der-boerse-fuer-weitere-uebernahmen/

          Weitere Branchennews

          • Meta baut Muse, Amazon sperrt aus, Shopify öffnet. Mit Muse hat Meta offenbar den ersten persönlichen KI-Agenten gebaut, der wirklich im Mainstream ankommt. Amazons Reaktion war reflexartig der Ausschluss. Shopifys Reaktion war das genaue Gegenteil und hat alle Shops geöffnet. Wer von beiden die richtigere Antwort gegeben hat, entscheidet der Markt, aber die Frontlinie zwischen geschlossenen Marktplätzen und offenen Plattformen ist damit fast neonfarben deutlich geworden.
            https://excitingcommerce.de/2026/09/26/exchanges-397-consumer-agents-oder-warum-amazon-muse-aussperrt/

          • Galaxus übernimmt die Kontrolle über Migros Online. Was sich im August schon abzeichnete, ist im September vollzogen: Digitec-Galaxus-Gründer Florian Teuteberg wird Verwaltungsratspräsident von Migros Online. Formal bleibt das Unternehmen eigenständig, strategisch aber gibt jetzt Galaxus die Richtung vor. Für Galaxus ist das ein cleverer Schachzug: Einfluss ohne die Restrukturierungskosten in der eigenen Bilanz. Dass die vollständige Integration nur noch eine Frage der Zeit ist, dürfte kaum jemand ernsthaft bezweifeln.
            https://excitingcommerce.de/2026/09/15/digitec-galaxus-bekommt-die-kontrolle-ueber-migros-online/

          • Beginnt mit MediaMarktSaturn der Ausverkauf des deutschen Handels an China? Die Frage, die seit Monaten im Raum steht, hat Exciting Commerce im September ganz direkt gestellt, weg vom Alarmismus und mehr als Analyse dessen, was es bedeutet, wenn einer der bekanntesten stationären Elektronikhändler Europas in chinesische Hände übergeht und die EU-Entscheidung dazu politisch aufgeladener kaum sein könnte.
            https://excitingcommerce.de/2026/09/02/beginnt-mit-mediamrktsaturn-der-ausverkauf-des-deutschen-handels-an-china/

          Hörtipps

          Exchanges #397 ist die Folge, auf die man gewartet hat, seit Consumer Agents vom Buzzword zur Realität geworden sind. Jochen Krisch und Marcel Weiß nehmen Muse auseinander und klären die Frage, was es bedeutet, dass Amazon einen KI-Agenten aussperrt, während Shopify ihn einlädt. Außerdem: warum das KI-Modell unter der Haube strategisch kaum noch eine Rolle spielt, was OpenAIs Sponsored-Agents-Ansatz für die Zukunft der Werbung bedeutet und was der A!-Day am 8. Oktober in München mit all dem zu tun hat. 

          Zum Podcast geht es hier: https://soundcloud.com/excitingcommerce/exchanges-397-consumer-agents

          Regelmäßige Updates zu den GLORE50

          Wenn Sie die Entwicklungen zu den GLORE50 nicht nur monatlich verfolgen möchten, sondern häufiger: Tägliche Updates und Anmerkungen gibt es auf Instagram bei den GLORE Days sowie regelmäßig bei Exciting Commerce.

          Mit herzlichen Grüßen

          Jochen Krisch & Sven Rittau
          Redaktionelle Mitarbeit: Katrin Grieser

          Über die #GLORE50

          Die GLORE50 basieren auf dem Global Online Retail Fonds, der am 1. Oktober 2015 auf unsere Initiative hin als bewusst breit gestreuter Branchenfonds für den globalen Online-Handel an den Start gegangen ist. Wir stehen ihm seitdem beratend zur Seite mit Analysen und Einschätzungen, was die Zusammensetzung sowie die Auswahl und Gewichtung relevanter Unternehmen angeht.

          Hinweis zum Global Online Retail Fonds

          Wir haben den GLORE50 Index, kurz für Global Online Retail Fonds, 2015 mit Unterstützung der E-Commerce-Branche als offenen Branchenfonds für alle initiiert, so dass jeder am Wachstum der Branche partizipieren kann. Unser Fonds-Modell „Von Experten für Experten für Alle“ arbeitet so kostenschonend wie möglich und verzichtet bewusst auf Ausgabeaufschläge, sodass ein An- und Verkauf jederzeit problemlos möglich ist. Gestartet mit 2,5 Millionen Euro, beträgt das Fondsvermögen aktuell 7,3 Millionen Euro (Stand: 30. September 2026).

          Wie investiere ich in den Global Online Retail Fonds?

          Der Global Online Retail Fonds hat die Wertpapierkennnummer A14N91, die Sie zunächst über den Broker bzw. die Bank Ihrer Wahl suchen müssen. Anschließend wählen Sie die gewünschte Anlagesumme aus und geben den Kauf frei. Bei ausgewählten Banken und Brokern können Sie auch einen monatlichen Sparplan auf den Global Online Retail Fonds einrichten.

          DISCLAIMER: Die Einordnungen im GLORE50 Monthly haben lediglich Informationscharakter und sind nicht als Anlageempfehlungen zu verstehen. Wer sich an der Börse engagiert, sollte sich neben den Chancen stets auch der Risiken bewusst sein.