#GLORE50 MONTHLY – Mai 2026
Unsere News zu den Wachstumstreibern im globalen Online-Handel
Der Mai hat keine Trendwende gebracht, aber eine Verschnaufpause. Nach dem harten ersten Quartal stabilisierten sich die GLORE50 auf niedrigem Niveau und der Markt lieferte gleich mehrere Signale frei Haus, wohin die Reise geht. Das lauteste davon: Uber Eats greift nach Delivery Hero. Mit einer avisierten Übernahme für rund 10 Mrd. Euro würde sich die globale Delivery-Landschaft grundlegend verschieben. Wer bisher noch glaubte, Konsolidierung sei ein Thema für morgen, wurde im Mai eines Besseren belehrt.
Gleichzeitig erhöht die EU den politischen Druck auf die JD-Übernahme von Media-Saturn, ein Deal, der den chinesischen Riesen mitten ins Herz des europäischen Elektronikhandels katapultieren würde. An der technologischen Front ersetzt Amazon seinen glücklosen Rufus-Assistenten durch „Alexa for Shopping“ und setzt damit ein weiteres Zeichen dafür, dass der Kampf um die KI-Schnittstelle zum Kunden in vollem Gange ist. Wer die Shopping-Suche kontrolliert, kontrolliert den Kaufimpuls. Diese Erkenntnis treibt gerade jeden großen Player zu beschleunigten Investitionen.
Welche Fondsmitglieder im Mai überraschten, wo die Korrektur weiterging und welche Übernahmefantasien den Markt bewegten, erfahrt ihr hier:
DIE #GLORE50 PERFORMANCE
Die GLORE50 beendeten den Mai 2026 bei 112,62 Punkten (Stand: 31.05.2026) und lagen damit nahezu auf dem Niveau des Vormonats (April: 113,01 Punkte). Nach dem brutalen ersten Quartal mit einem Minus von 11 % im März und einer Gegenbewegung im April hat sich der Index im Mai vergleichsweise stabil gehalten; ohne echte Erholung, aber immerhin ohne weiteren Absturz.
Gewinner & Verlierer
Gut behaupten konnten sich im Mai nur diese Top 5:
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Delivery Hero (+81%) katapultierte sich dank der Übernahmeofferte durch Uber Eats an die Spitze und bescherte dem Fonds den mit Abstand stärksten Einzelwert des Monats.
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Ocado (+26%) profitierte von wachsender Überzeugung, dass das Plattformmodell für automatisierte Lagerlogistik langfristig gewinnt.
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Auto1 (+25%) zeigte Stärke im Online-Gebrauchtwagenmarkt, der sich von allgemeiner Konsumzurückhaltung bislang weitgehend entkoppeln konnte.
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Asos (+25%) erholte sich nach einem schwachen ersten Quartal und profitierte von einer technischen Gegenbewegung sowie leicht verbesserten Margensignalen.
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Westwing (+17%) konnte die Verluste aus dem Vormonat teilweise aufholen, bleibt aber strukturell unter Druck.
Am stärksten unter Druck standen diese Fondsmitglieder:
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Mytheresa (-21%) litt unter wachsenden Zweifeln, ob das Luxus-Segment die konjunkturelle Abkühlung dauerhaft tragen kann.
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Coupang (-20%) enttäuschte mit verhaltenen Wachstumsperspektiven für den Kernmarkt Südkorea.
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Revolve (-20%) blieb im Abwärtsmodus und zeigte einmal mehr, wie schwer sich mittelgroße Fashion-Player zwischen Zara und den chinesischen Plattformen behaupten.
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Chewy (-18%) kämpfte mit dem Margendruck im Pet-Segment und einem nachlassenden Post-Corona-Boom bei Haustierprodukten.
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RealReal (-17%) setzte seinen Abwärtstrend fort; das Investorenvertrauen in die Profitabilitätswende im Luxury-Resale bleibt gering.
NEWS von Unternehmen aus den GLORE50
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Uber Eats greift nach Delivery Hero: Der größte Deal-Move des Monats – Uber Eats will Delivery Hero inklusive Foodora, Foodpanda und weiterer Marken für rund 10 Mrd. Euro übernehmen. Damit würde sich einer der letzten großen unabhängigen Delivery-Konzerne in europäische Hände begeben. Für Uber Eats wäre es der entscheidende Hebel, um im globalen Rennen gegen DoorDash und Wolt wieder klar die Führung zu übernehmen. https://excitingcommerce.de/2026/05/23/uber-eats-will-sich-delivery-hero-fuer-10-mrd-euro-schnappen/
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Die EU erhöht den Druck auf JD und Media-Saturn: Nachdem Kartellbehörden den Deal zunächst weitgehend durchgewunken hatten, wird er jetzt politisch. Nicht nur Österreich ziert sich, auch die EU hat Bedenken angemeldet und will die geplante Übernahme von Media-Saturn durch JD eingehend prüfen. Ein weiteres Kapitel in der Frage, wie weit chinesische Plattformen in die europäische Handelsinfrastruktur vordringen dürfen. https://excitingcommerce.de/2026/05/30/die-eu-erhoeht-den-politischen-druck-auf-jd-und-media-saturn/
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Amazon ersetzt Rufus durch „Alexa for Shopping“: Amazon stellt seinen bisherigen KI-Einkaufsassistenten Rufus um und launcht „Alexa for Shopping“ als direkten Nachfolger. Das Signal ist klar: Die Shopping-Suche wird zum wichtigsten Schlachtfeld im KI-Commerce. Wer hier die Nutzererfahrung definiert, sitzt künftig an der wichtigsten Schnittstelle zum Kunden, noch vor dem klassischen Suchergebnis. https://excitingcommerce.de/2026/05/13/amazon-praesentiert-alexa-for-shopping-als-ersatz-fuer-rufus/
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Knuspr und Rohlik wachsen auf 1,45 Mrd. Euro (+35%): Die Rohlik-Gruppe veröffentlichte ihre aktuellen Zahlen: Knuspr & Co. wachsen auf 1,45 Mrd. Euro, gut die Hälfte davon außerhalb Tschechiens. In Deutschland und Österreich entfallen rund 30 % des Gesamtumsatzes. Ein Beleg dafür, dass spezialisierte E-Food-Anbieter in einem schwierigen Konsumumfeld weiter gewinnen können – sofern Logistik und Sortiment stimmen. https://excitingcommerce.de/2026/05/31/knuspr-und-rohlik-wachsen-auf-145-mrd-euro-35/
Weitere Branchennews
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Otto schrumpft nach About You: Der Otto-Konzern veröffentlichte seine Bilanz und steht nun bei 13,8 Mrd. Euro Umsatz, nach 14,9 Mrd. im Vorjahr. Der Wegfall von About You hinterlässt sichtbare Spuren. Gleichzeitig hat sich Otto die vollständige Kontrolle über Hermes für 118 Mio. Euro zurückgeholt, ein Logistik-Move, der auch langfristig Bedeutung haben könnte. https://excitingcommerce.de/2026/05/29/otto-bilanz-wo-steht-der-otto-konzern-nach-about-you/
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Lalamove startet in Berlin: Der chinesische Last-Mile-Spezialist Lalamove tritt in den deutschen Markt ein und adressiert damit die wachsende Nachfrage nach flexibler Sofortlieferung. Ein weiteres Zeichen, dass die Instant Economy auch in Europa als eigenständiges Segment heranreift und dass die Infrastruktur dafür zunehmend aus China kommt. https://excitingcommerce.de/2026/05/25/lalamove-tritt-in-berlin-an-mit-last-mile-services-fuer-die-instant-economy/
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eBay und GameStop: Übernahmegerüchte belasten: Spekulationen über ein mögliches Interesse von GameStop an eBay sorgten im Mai für Gesprächsstoff. Was auf den ersten Blick kurios wirkt, zeigt vor allem eines: Die strategische Unsicherheit rund um eBay hält an und der Markt sucht aktiv nach Szenarien, wie der Marktplatz-Pionier neu aufgestellt werden könnte. https://excitingcommerce.de/2026/05/03/uebernahmegeruechte-koennte-ebay-an-gamestop-gehen/
Hörtipps
In Exchanges #392 nehmen Jochen Krisch und Marcel Weiß die Instant Economy unter die Lupe, frisch inspiriert von einer China-Reise. Im Zentrum: Meituan und die autonomen Liefer- und Mobilitätsdienste in Shenzhen, der Aufstieg chinesischer KI-Apps wie Qwen und Doubao sowie die Frage, was JD Mall als Vorbild für die künftige Rolle von MediaMarkt-Filialen bedeuten könnte. Pflichtlektüre für alle, die verstehen wollen, wie weit die Instant Economy in China dem europäischen Markt voraus ist und was das für hiesige Player bedeutet.
Zum Podcast geht es hier: https://excitingcommerce.de/2026/05/19/exchanges-392-instant-economy-denkanstoesse-aus-china/
Regelmäßige Updates zu den GLORE50
Wenn Sie die Entwicklungen zu den GLORE50 nicht nur monatlich verfolgen möchten, sondern häufiger: Tägliche Updates und Anmerkungen gibt es auf Instagram bei den GLORE Days sowie regelmäßig bei Exciting Commerce.
Mit herzlichen Grüßen
Jochen Krisch & Sven Rittau
Redaktionelle Mitarbeit: Katrin Grieser
Über die #GLORE50
Die GLORE50 basieren auf dem Global Online Retail Fonds, der am 1. Oktober 2015 auf unsere Initiative hin als bewusst breit gestreuter Branchenfonds für den globalen Online-Handel an den Start gegangen ist. Wir stehen ihm seitdem beratend zur Seite mit Analysen und Einschätzungen, was die Zusammensetzung sowie die Auswahl und Gewichtung relevanter Unternehmen angeht.
Hinweis zum Global Online Retail Fonds
Wir haben den GLORE50 Index, kurz für Global Online Retail Fonds, 2015 mit Unterstützung der E-Commerce-Branche als offenen Branchenfonds für alle initiiert, so dass jeder am Wachstum der Branche partizipieren kann. Unser Fonds-Modell „Von Experten für Experten für Alle“ arbeitet so kostenschonend wie möglich und verzichtet bewusst auf Ausgabeaufschläge, sodass ein An- und Verkauf jederzeit problemlos möglich ist. Gestartet mit 2,5 Millionen Euro, beträgt das Fondsvermögen aktuell 7,7 Millionen Euro (Stand: 29.05.2026).
Wie investiere ich in den Global Online Retail Fonds?
Der Global Online Retail Fonds hat die Wertpapierkennnummer A14N91, die Sie zunächst über den Broker bzw. die Bank Ihrer Wahl suchen müssen. Anschließend wählen Sie die gewünschte Anlagesumme aus und geben den Kauf frei. Bei ausgewählten Banken und Brokern können Sie auch einen monatlichen Sparplan auf den Global Online Retail Fonds einrichten.
DISCLAIMER: Die Einordnungen im GLORE50 Monthly haben lediglich Informationscharakter und sind nicht als Anlageempfehlungen zu verstehen. Wer sich an der Börse engagiert, sollte sich neben den Chancen stets auch der Risiken bewusst sein.